Aderendhülse

Aderendhülse

Um die abisolierten Enden von Litzenleitungen zu schützen, werden Aderendhülsen verwendet. Somit können die Litzenkabel leicht und ohne Beschädigung der Einzeldrähte in den Anschlüssen oder Klemmen angeschlossen werden.

Aderendhülsen gibt es in isolierter oder unisolierter Ausführung. Aderendhülsen mit Schutzkragen (farblich) bieten zudem einen zusätzlichen Knickschutz der angeschlossenen Ader. Die farbliche Markierung des Schutzkragens gibt gleichzeitig Aufschluss über den maximalen Draht- bzw. Leiterquerschnitt. Es gibt drei verschiedene, sich teils widersprechende Kennfarben. Im Fachhandel setzt sich zunehmend die Farbcodierung nach DIN-Norm 46228 durch.

Konfektionierte Aderendhülsen in unserem Kabelkonfigurator!

Hier die Auflistung der drei verschiedenen Kennfarben:

QuerschnittFranzösischer FarbcodeDeutscher FarbcodeDIN-Norm 46228
0,14 mm²braungraugrau
0,25 mm²violetthellblaugelb
0,34 mm²rosatürkistürkis
0,50 mm²weißorangeweiß
0,75 mm²blauweißgrau
1,00 mm²rotgelbrot
1,50 mm²schwarzrotschwarz
2,50 mm²graublaublau
4,00 mm²orangegraugrau
6,00 mm²grünschwarzgelb
10,00 mm²braunelfenbeinrot
16,00 mm²elfenbeingrünblau
25,00 mm²schwarzbraungelb

 

Ebenso gibt es bei Aderendhülsen verschiedene Ausführungen der Länge:

  • N - Normallänge
  • K - kurze Ausführung
  • HL - halblange Ausführung
  • L - lange Ausführung


Eine weitere Variante der Aderendhülsen ist die Twin-Aderendhülse. Diese dient zum Einführen von 2 Leitern in eine Aderendhülse. Die Twin-Variante gibt es für Leitungsquerschnitte von 2 x 0,25 mm² bis 2 x 16 mm², wobei die farbliche Identifikation des Leiterquerschnitts der oberen Tabelle entnommen werden kann.

Wenn ein etwas dickeres Kabel reduziert werden soll, da die Anschlussmöglichkeit für ein dünneres Kabel ausgelegt ist, kann man auf Stiftkabelschuhe zurückgreifen. Stiftkabelschuhe sind somit eine Alternative zu Aderendhülsen.

Anfrageformular für Litzekabel: Anfrage

Verarbeitung von Aderendhülsen

Anhand der Farbcode-Tabelle kann die passende Aderendhülse exakt zum Leiterquerschnitt ausgewählt werden und mit dem dafür vorgesehenen Einsatz des Crimp-Werkzeugs auf die Litzenleitung aufgebracht werden. In der Norm DIN EN 60352-2:2006-11 sind die Anforderungen für Crimpverbindungen festgelegt. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Verbindungen ist die erreichte Zugfestigkeit der Verbindung. Allerdings können beim Crimpvorgang auch typische Fehler entstehen. Diese wären z.B.:

  • Riss-Bildung an den Längskanten und Stempelabdrucken
  • Aufplatzen der Aderendhülse
  • unsymmetrische Crimpform
  • starke Gratbildung an den Längskanten
  • Hülse vom Leiter nicht ausgefüllt
  • Einzellitzen zurückgeschoben, stehen aus dem Kragen heraus
  • Einzellitzen abgequetscht
  • Draht zu kurz oder zu weit bis in Kontaktfläche eingeschoben
  • Kunststoffkragen durch Crimp-Stempel beschädigt
  • Leiterisolation nicht in den Kunststoffkragen geschoben
  • Aderendhülse nach Crimpen in Längsrichtung durchgebogen

Anwendungsbereiche

Um einen einwandfreien Anschluss eines feindrähtigen Kupferleiters (Litze) zu gewährleisten, werden Aderendhülsen eingesetzt. Ein weiterer Vorteil der Hülsen ist, dass die Leitfähigkeit verbessert wird. Ebenso tragen isolierte Aderendhülsen zur Betriebssicherheit von elektrischen Anlagen, Schaltschränken, elektronischen Baugruppen o.ä. bei. Auch bei mehrmaligem Umklemmen/Umschrauben in der Anschlussklemme oder Schraubklemme werden Kabelbrüche und Vibrationsschäden vermieden und ein guter Durchgangswiderstand wird gewährleistet.